Beeren überraschen mit inneren WertenDatum: 15. 05. 2006Gourmet Report Archiv
Rot, blau, violett, grün – schon allein die schönen, intensiven Farben der
Beeren verlocken zum Zugreifen. Doch Erdbeeren, Himbeeren & Co. erfreuen
nicht nur das Auge. Sie bieten auch eine erstaunliche Fülle an wertvollen
Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Als so genanntes Weichobst
fordern die Beeren allerdings schonendste Behandlung. Für die
druckempfindlichen Früchte gilt ganz besonders: möglichst frisch auf den
Tisch.
Sommerzeit ist Beerenzeit! Beeren sind am aroma- und nährstoffreichsten, wenn sie viel Sonne tanken durften. Voll ausgereift geerntet weisen die kleinen Vitalstoffbündel hohe Mengen an Vitamin C auf. Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Beeren viele Flavonoide enthalten, natürliche Farbstoffe mit antioxidativer Wirkung. Und so leicht kann Genießen sein: Eine Portion von 150 Gramm schlägt mit kaum mehr als 50 Kilokalorien zu Buche. Klein, aber oho: 150 Gramm Erdbeeren decken den Vitamin-C-Tagesbedarf von Jugendlichen ab 13 Jahren und Erwachsenen zu 98 Prozent. Darüber hinaus liefern die roten Kraftpakete wertvolles Eisen, das der Körper dank mitgeliefertem Vitamin C sehr viel besser aufnehmen kann. Als Gaumenfreude sind die roten Verführer ohnehin einfach einzigartig: 350 verschiedene Aromastoffe komponieren den charakteristischen Geschmack der saftig-süßen Früchte. Brombeeren aus heimischem Anbau haben von Juli bis Oktober Saison. Im Vergleich zu anderen Beerenfrüchten sind die fein-säuerlichen Sammelsteinfrüchte Spitze als Träger von Provitamin A. Eng verwandt mit den dunkelrot, schwarzviolett bis schwarz glänzenden Brombeeren sind die ballaststoffreichen Himbeeren. Allein eine 150-Gramm-Portion liefert schon gut ein Fünftel der täglich empfohlenen Ration für Erwachsene. Obendrein glänzen die wohlschmeckenden Früchte mit reichlich Mineralstoffen wie Kalium oder Eisen. Stachelbeeren schmecken je nach Reifegrad sauer bis herrlich süß. Wer die kirschgroßen Früchte pur genießen will, hält sich an die ausgereiften, süßen Exemplare. Auch Stachelbeeren tragen nennenswerte Mengen zur Versorgung an Provitamin A und Vitamin C bei. Johannisbeeren haben von allen Beerenarten den höchsten Fruchtsäureanteil. Neben reichlich Faserstoffen enthalten sie weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Kalium, außerdem Pektin, das die Früchte beim Konfitüre Kochen gut gelieren lässt. Vitamin-C-Spitzenreiter unter den Beeren sind die Schwarzen Johannisbeeren mit 177 mg pro 100 g. Auch Heidelbeeren sind reich an Ballaststoffen und vielen anderen ernährungsphysiologisch wichtigen Stoffen wie Mangan und Vitamin E. Und keine Angst vor blauen Zähnen: Im Unterschied zu Waldheidelbeeren haben Kulturheidelbeeren ein nicht färbendes, helles Fruchtfleisch, enthalten weniger Kerne und sind länger lagerfähig. Ob Heidelbeeren frisch sind, ist leicht zu erkennen. Die dunkelblauen Beeren schimmern dann auf ihrer Oberfläche weißlich. Gut zu wissen: Auf langen Transportwegen werden wertvolle Inhalts- und Aromastoffe abgebaut. Deshalb Beeren aus der Region bevorzugen und möglichst frisch genießen. Vor dem Essen nur kurz und sanft abbrausen oder vorsichtig in reichlich stehendem Wasser säubern. Stiele und Blätter erst danach abzupfen, so geht kein kostbarer Saft verloren.
Erdbeeren – der königliche Genuss
Die Kochbuch-Autorin Henriette Davidis schwärmt in ihrem „Praktischen Kochbuch“ aus dem Jahr 1891: „An heißen Sommertagen ist dies die erfrischendste Erdbeerspeise“. Nach Davidis ist die Gaumenfreude im Handumdrehen zubereitet: Von schönen, reifen Gartenerdbeeren nur die waschen, die es nötig haben, dann die Kelchblätter entfernen. Die Früchte mit Zucker einpudern und mit wenig gesüßter Schlagsahne bedecken - fertig. Bei der Abwandlung des Klassikers sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Ein Hauch Pfeffer, Ingwer oder Kardamom, frische Kräuter wie Melisse und Minze oder geröstete Nüsse setzen immer wieder neue, kulinarisch interessante Akzente. Auch gut: Erdbeeren mit Zitronensaft oder einem Schuss Alkohol marinieren. Hauptsaison für heimische Erdbeeren sind die typischen Sommermonate - fast schon zu kurz, um alle Köstlichkeiten mit frischen Erdbeeren auszuprobieren. Fein-säuerlicher Quark, Bayerische Creme oder Mandelbiskuit mit Erdbeeren, einfach himmlisch. Oder ganz exquisit: Erdbeeren mit Brie. Die Kombination ist nicht nur ungewöhnlich lecker, sondern als schnelle Dessertidee kaum zu schlagen. Und die Krönung: pürierte Erdbeeren mit gut gekühltem Sekt aufgießen – nicht umsonst genießt schließlich die Erdbeere den Ruf einer Beerenobst-Königin! Wie man Konfitüren selber macht - Tipps zum Einmachen
▪ Ins Glas kommen nur reife, einwandfreie Exemplare. Beeren waschen, dann Stiele und Blätter abzupfen - so bleibt der Geschmack am besten erhalten. ▪ Nur unbeschädigte Gläser mit Twist-off-Verschlüssen verwenden. Twist-off-Deckel besitzen einen beschichteten Innenrand, der die Gläser luftdicht schließt. Sie schützen den Inhalt vor Mikroorganismen und Farbänderungen. ▪ Gläser und Töpfe vor dem Einkochen heiß und gründlich spülen, alles muss fettfrei und blitzblank sauber sein. Gläser zum Einfüllen auf ein feuchtes, sauberes Küchentuch stellen. ▪ Für optimales Gelingen die Angaben auf der Gelierzuckerpackung beachten. Die Zutaten genau abwiegen. Kräuter oder Gewürze wie Lavendelblüten, Zimt, Nelken oder Pfeffer geben Selbstgemachtem besonderen Pep. Pfefferminze oder Vanille passen gut zu allen Beeren. ▪ Die Gelierprobe zeigt, ob der Kochvorgang abgeschlossen ist. Dazu kurz vor Ablauf der Kochzeit ein bis zwei Teelöffel von der heißen Masse auf einen kleinen, im Kühlschrank vorgekühlten Teller geben. Erstarrt die Probe, wird später auch die restliche Konfitüre im Glas fest. Falls nicht, Kochzeit um ein bis zwei Minuten verlängern. ▪ Gläser randvoll einfüllen, sofort verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen. Kein Luxus: Zum Einfüllen einen Trichter nehmen, damit die Glasränder sauber bleiben. ▪ Wer weder Platz noch Lust hat, sich einen großen Vorrat an Konfitüren zu zulegen, braucht auf Selbstgemachtes dank Tiefkühltechnik nicht zu verzichten. Druckempfindliche Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren nebeneinander auf einem Backblech ca. eine Stunde vorfrieren, dann in Gefrierdose oder -beutel umfüllen. Zum Einmachen gefroren wiegen, dann erst auftauen und samt Saft weiterverarbeiten.
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