Kulinarische Notizen aus BerlinDatum: 02. 01. 2012Gourmet Report Archiv
Wir hatten das Vergnügen, die deutsche Hauptstadt zu Weihnachten zu besuchen - kulinarisch war viel Blendwerk vorhanden
Zum Start besuchten wir das Ferrara im vornehmen Villenvorort Schlachtensee. "Eine italienisches Ristorante" mit italienischen Menschen, die dort arbeiten. Ich mag nicht Kellner sagen, weil offenbar selbst die grundlegenden Servierregeln nicht bekannt waren. Serviert wurde von allen Mitarbeitern ohne Not meist von einer einzigen, beliebigen Stelle am Tisch. Getränke wurde nach Gusto des Kellners irgendwo auf dem Tisch abgestellt.
100 Euro Zeche - schlecht ernährt - schlampige Küche - schlecht ausgebildete, falsch belehrende Kellner, da muss man nicht wieder hin.
Ganz anders und richtig lecker war dagegen das Aroma in der Charlottenburger Kantstr. 35. Ein Chinese, der meist vollbesetzt mit Chinesen und Vietnamesen ist. Wir speisten Dim Sum, die Hongkonger Qualität hatten. Frisch gemacht und wirklich überzeugend. Originell waren die Entenflossen.
Berlin hat sowieso sehr starke, authentische China-Restaurants. Mich wundert's, dass der GM noch keinen Liebling entdeckte.
In Zehlendorf, genauer gesagt in Nikolassee, liegt der beste Grieche der Stadt, verriet mir eine liebe Freundin. Genauer gesagt ist es kein Grieche, sondern ein mediterranes Restaurant. Es ist die Taverne Pikilia - www.pikilia.de . Hier fiel eigentlich auf, dass die Tellerträger extrem freundlich gewesen sind, aber vom Servieren auch keine Ahnung hatten ("Reichen Sie mal durch, bitte"). Preise sind eher gehoben, die Qualität der Speisen war im großen und ganzen okay, teilweise auch schlampig zubereitet. Gemüse war zerkocht. Das Souvlaki vom Kinderteller war so lange gebraten, das es staubtrocken war. Das muss nicht sein.
Nie was falsch macht man, wenn man im Borchardt ein Wiener Schnitzel isst. Die Bedienung - in unserem Fall Rebecka - ist perfekt - eine wahre Freude. Da kann sich Zehlendorf gleich ein paar Scheiben abschneiden. Das Wiener Schnitzel ist wie es sein soll. Es kostet in der riesigen Standardversion 21 Euro und als "kleines" Schnitzel 14 Euro. Die Literflasche Badoit wird mit 8 Euro in Rechnung gestellt. Das Publikum ist berlinisch bunt gemischt. Von der westdeutschen Spiesserfamilie bis zu Politikern und Schicki-Mickis. Wer es gediegener mag, geht auf der anderen Seite des Platzes zu Kolja Kleeberg ins VAU. das ist ein Spitzen-Sternerestaurant, wo man nichts verkehrt machen kann! http://kolja-kleeberg.de/
Gans lecker and ganz draussen Am besten schmeckte uns die Kürbiscremesuppe, Rehkeule mit handgeschabten Spätzle, Rotkohl, Birne und Preiselbeeren und anschließendem Mouse au chocolate bei unser lieben Freundin Grete aus Österreich. Das war eine private Einladung. Da können Sie leider nicht hingehen! Demnächst werden wir die besseren Restaurants in Berlin besuchen!
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