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Juan Amadors Antwort

Datum: 18. 10. 2008
Gourmet Report Archiv

 

Juan Amador antwortet auf die Kritik von Hobbykritiker CHRISTOPH Teuner in der Frankfurter Rundschau

Sehr geehrte Damen und Herren!

Hiermit erlaube ich mir Ihnen meine Stellungnahme bezüglich der Kritik des Herrn Teuners in der FR (http://www.fr-online.de/in_und_ausland/magazin/?em_cnt=1612804&em_loc=105 ) zuzusenden und würde mich über eine Veröffentlichung sehr freuen.

Mit kulinarischen grüßen aus Langen

Juan Amador

" Alete Reloaded 2.0 "

Sehr geehrter Herr Teuner!

Es ist mir ein großes Bedürfnis im Zeitalter der Pressefreiheit Ihre  Kritik an unserem Hause zu kommentieren.

Ich bin mir im klaren darüber, das wir mit unserer Arbeit (die Sie  mit Füßen getreten haben) -per se- polarisieren und nicht den  Geschmack eines jeden Gastes treffen können und wollen! Um nicht vorweg den falschen Eindruck zu erwecken, möchte ich  unterstreichen das ich weder verbittert bin und  sehr wohl in der  Lage bin mit mir entgegengebrachter Kritik umzugehen.

Wenn Sie unseren Weg aufmerksam verfolgt haben, was ich einem guten  Journalisten unterstellen darf, wissen Sie sicherlich das wir hier  über eine ausgeprägte Erfahrung verfügen und außergewöhnlich  Leidensfähig sind.
Um es vorweg zu nehmen..........haben Sie sich in meinen Augen und  in den Augen vieler Leser (was die erhebliche Resonanz noch  untermauert) mit Ihrer Kritik an unserem Haus um Kopf und Kragen  geschrieben und meine Theorie des Phänomens des "Hobby-Kritikers"  bestätigt. Vielen Dank hierfür!

Wofür ich mich in keinster Weise bedanken kann und ich Ihnen hiermit  auch jegliche Kompetenz und Verantwortung eines Journalisten  abspreche, ist die Art und Weise wie Sie unter anderem meine Frau  beleidigt haben.
Sicher, auch ich habe recherchiert und Bilder von Ihnen gemeinsam  mit Ihrer Frau im Netz gefunden. Im Gegensatz zu Ihnen, würde ich  mir es nie anmaßen persönlich zu werden und Sie oder Ihre Frau gar  zu beleidigen. Was hat dies mit seriöser Restaurant-Kritik zu tun? Dies ist schlicht und ergreifend unverschämt und zeugt von  dezimiertem Stil! Was ich außerordentlich bedauere.

Ich habe hier eine sehr gute Erziehung genossen und weiß was Respekt  und Menschenwürde bedeutet! Ich wundere und frage mich, wie Sie als  Coach und Medientrainer im täglichen Leben ethisch damit umgehen?

Das Sie natürlich mit Ihrer unsachlichen Kritik alle die am Projekt  Amador beteiligt sind,  eine Ohrfeige erteilt haben, ist Ihnen in  Ihrer "Schreibwut" sicherlich ebenfalls entgangen. Weshalb ich hier  hauptsächlich im Sinne unserer Mitarbeiter und allen Menschen, die  den ganzen Tag dafür arbeiten etwas besonderes zu schaffen, Flagge  zeigen muss.

Aber nun zum Fachlichen. Unser Menü als Alete-Kost und durchgehend  als zu süß zu beschreiben ist definitiv falsch. Sollten Sie ein  Freund der Säure sein und Süße hassen, schreiben Sie bitte in  Zukunft über Kriege und abstürzende Aktienkurse oder vielleicht über  Essige! Dieses ist nämlich sehr viel einfacher und verlangt weniger  Erfahrung und Feingefühl, als über Gastronomie und Genuss zu  schreiben. Sie haben sich in der Tat selbst disqualifiziert, indem  Sie auch noch zugegeben haben mit "hässlichen Vorurteilen" nach  Langen gefahren zu sein. Sicherlich wäre ein Fernbleiben in diesem  Fall besser gewesen und Sie hätten die wenigen Gerichte, die Sie  dann doch gelobt haben, selbst besser gekocht. Nun gut, vielleicht  war es in der Tat nicht Ihr Geschmack und in Ihrem Sinne übersüßt.  Rechtfertigt allein Ihr persönlicher Geschmack eine solche  journalistische Entgleisung? Ich glaube nicht, und würde Ihnen in  Zukunft empfehlen sich bei seriösen Gastro-Journalisten den nötigen  Feinschliff und Rat einzuholen!

Ich werde den Eindruck nicht los, das Sie die Kritik eines  "bestimmten Guides" zum Thema "Kindergeburtstag" übernommen haben  und hier eine direkte oder indirekte Bewerbung schreiben wollten?  Ich kann nur hoffen das Sie in diesem Falle keine Anstellung finden!

Nur weil ich hier und da eine Rede halte, mich vielleicht im  Schreiben versuche, würde ich nie auf den Gedanken kommen mich als  Moderator oder gar als Journalist zu sehen, geschweige denn Kritik  an diese mir fremde Zunft zu üben. Betonung auf "üben"!
Dieses spreche ich hier bewusst an, da mir Ihre Historie als  passionierter Hobbykoch / Kritiker sehr wohl bekannt ist. Erlauben  Sie mir hier ein Zitat von Paul Bocuse in Bezug auf unseriöse  Kritiker zu erwähnen:

"Sie sind wie Eunuchen - wissen alles, können aber nichts!" Meine  ganzer Dank gilt hier an dieser Stelle, Monsieur Bocuse für seine  ehrliche Äußerung.................. merci Paul!

Ich will Sie mit diesem Zitat nicht persönlich angreifen, hoffe aber  dennoch das Sie darüber nachdenken und vielleicht ein wenig so  fühlen, wie meine Frau und das komplette Amador-Team sich gefühlt  haben, als sie Ihre Zeilen lesen durften / mussten. Was Sie mit  Ihren  sehr unsachlichen, fachlich falschen und beleidigenden Zeilen  wirtschaftlich bewirken können, scheint Ihnen ja ebenfalls  gleichgültig zu erscheinen. Sie tragen ja schliesslich nicht die  Verantwortung für 30 Mitarbeiter, etc.! Zu guter Letzt und um Ihre abschliessenden Fragen zu beantworten,  folgendes:

-Warum kocht Amador unter seinen Möglichkeiten? Warum die Show?  Warum der Süße-Terror?

Dieses lasse ich besser unkommentiert.

-Warum gibt es keine a la carte-Gerichte?

Verehrter Herr Teuner! Weil wir, wie Sie sicherlich beobachtet haben  nur ein Menü anbieten!

-Warum haben sich zwischen Februar und Mai nur zweieinhalb der 22  Positionen auf der Menukarte verändert?

Ist nicht ganz richtig. Ausserdem müssen Sie doch als passionierter  Hobbykoch wissen, das man das Rad nicht jeden Tag neu erfinden kann! 
Wie oft waren Sie denn im selbigem Zeitraum bei uns?
Einmal! Haben Sie hier also etwas vermisst? Ich denke nicht!

-Warum essen die Gäste fast das Gleiche?

Mit Verlaub Herr Teuner, weil es nur ein Menü gibt!

-Warum hat Amador weniger Leute in der Küche als seine  Dreisternekollegen?

Haben Sie bei mir gearbeitet oder gar einen "Maulwurf"  eingeschleust?  Gerne sende ich Ihnen unsere Personalkosten zu, an  denen Sie sehen werden, das für maximal 36 Gäste, 12 Köche und 8  Servicemitarbeiter tätig sind.
Ist das weniger wie in anderen Häusern? Ich bin mir sicher, nicht!

-Und warum ist er so teuer?

Ist diese Frage nicht in einem Ihrer Anfangsberichten, von Ihnen  selbst bereits beantwortet worden? Entre nous, Ihre Gagen sind auch  nicht ohne;-) Und das mit minimalem Personal- und Wareneinsatz!

-Ich würde gerne herausfinden, ob mein Verdacht richtig ist. Dafür  müsste ich noch einmal zu Amador fahren. Das will ich nicht. So viel  Babykost vertrage ich nicht. Außerdem sind Wutanfälle ungesund.

Herr Teuner, müssen tun Sie gar nichts! Ihr Verdacht spielt keine  Rolle! Und außerdem erteile Ich Ihnen hiermit "hochoffiziell" und  in aller Öffentlichkeit Hausverbot! Wobei ich gerne bereit bin Ihre  Entschuldigung bezüglich Ihrer Entgleisung anzunehmen und Sie in  Ihrem sensorischen Geschmack zu schulen und letztendlich zu  überzeugen!

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, das mir diese Zeilen sehr  wichtig sind, da ich denke das man sich auch erlauben darf Kritiker  zu kritisieren.
Den wer austeilt sollte auch einstecken können!

Mit den besten Grüßen aus Langen

Juan Amador

Restaurant Amador
Vierhäusergasse 1
63225 Langen

www.restaurant-amador.de

P.S.: Natürlich bin ich weder Journalist noch Schriftsteller, weshalb ich Sie bitte etwaigen Schreibfehlern, ein nicht allzu großes Gewicht beizumessen. 

 


 

 

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