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Bio-Garnelenzucht schützt Mangroven

Datum: 09. 08. 2008
Gourmet Report Archiv

 

Deutscher Unternehmer will Shrimpzucht nachhaltiger gestalten - Black-Tiger-Sprößling als Grundlage für nachhaltige Zucht

Um dem drohenden Verlust der tropischen Mangroven in Südostasien entgegenzuwirken, hat das Unternehmen International Fish Farming Technology IFFT http://www.ifft.eu ein neues Projekt zur nachhaltigen Shrimpzucht gestartet. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) http://www.dbu.de soll zunächst eine nachhaltige und umweltschonende Setzlingszucht der Black Tiger Riesengarnele (Penaeus monodon) im Saarland aufgebaut werden. Die dort gezüchteten Tiere werden dann wieder in die natürlichen Zuchtgebiete zurückgeführt.

"Die Zucht von Black Tiger Garnelen ist im vergangenen Jahr in Asien zusammengebrochen, da Virusepidemien die krankheitsanfälligen Tiere dahingerafft haben", schildert IFFT-Geschäftsführer Friedrich Esser. Das große Problem dabei sei, dass es kaum mehr gesunde Muttertiere ohne Krankheitserreger gebe. "Jene Garnelen, die nicht eingingen, blieben klein und erreichten nur 20 Gramm." Die verstärkten Fangaktivitäten vor den Küsten haben zudem den natürlichen Bestand wildlebender Tiere bedrohlich verringert. Die Industrie hat darauf reagiert und die robustere Garnelensorte Whiteleg Shrimp angebaut. "Diese ist nicht in den asiatischen Mangrovenwäldern beheimatet, sondern stammt aus Südamerika und bedroht damit die Artenvielfalt", so Esser. Daher müsse das ganze Problem an der Wurzel angepackt werden. "Der erste Schritt ist der Aufbau einer Population von gesunden Muttertieren, die stark und daher auch resistenter gegen allfällige Infektionen und die vor allem ohne die weit verbreiteten Krankheitserreger sind."

Am besten gelinge das fernab der eigentlichen Heimat der Garnelen. Wenn sie dann herangereift sind, werden sie nach Südostasien transportiert und in nachhaltig geführten Betrieben, in den Mangroven ausgesetzt und wachsen dort heran. "Solche Bio-Garnelen nutzen die natürliche Umgebung in den Mangroven, um zu wachsen. Das bedeutet auch, dass der Garnelenfarmer auch darauf zu achten hat, dass die Mangroven gesund bleiben und etwa die Tiere vor zuviel Sonnenlicht geschützt werden." Es sei wesentlich, den Menschen, die Garnelenzucht vor Ort betreiben, eine langfristige Perspektive zu geben. In Zukunft will die IFFT dann den gesamten Zyklus nach Südostasien verlagern und dort nachhaltige, biosichere Kreislaufanlagen für extensiv wirtschaftende organische Betriebe errichten.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Import von Garnelen nach Deutschland verdoppelt. Allein 2007 wurden 31 Prozent mehr aus dem Ausland eingekauft als im Vorjahr. Eine Folge der starken Nachfrage war die Zerstörung riesiger Mangrovenflächen in Südostasien und in Mittelamerika. "Die empfindlichen Ökosysteme der Mangrovenwälder an den Küsten des Indischen Ozeans werden zerstört. Ein Viertel der Gebiete ging in den vergangenen 20 Jahren durch menschlichen Einfluss verloren", so Esser. Bis 2010 könnten sich die Garnelenfarmen im Mekong-Delta auf 80.000 Hektar ausweiten. Im Vergleich dazu waren es 1995 nur 3.000 Hektar. "Ein sehr großes Problem stellt neben den Infektionen auch der zu dichte Besatz der Tiere dar, der dazu führt, dass bereits als vorbeugende Maßnahme Antibiotika zum Einsatz kommen."

"Wir wollen eine Technologie entwickeln, die eine nachhaltig künstliche Vermehrung und eine kontrollierte Setzlingsaufzucht in Aquakulturen ermöglicht", erklärt Esser. Man setze dabei auf geschlossene Kreisläufe inklusive der Nutzung von Algen für den Betrieb einer Biogasanlage.
"Wissenschaftliche Unterstützung erhält IFFT zusätzlich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die ab dem kommenden Wintersemester eine dreijährige Professur für Aquakultur eingerichtet hat", so Esser abschließend. Wolfgang Weitlaner

 


 

 

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