Andreas Caminada ist wieder GaultMillaus «Koch des Jahres»Datum: 12. 10. 2009Gourmet Report Archiv
Die Ergenisse des Gault Millau Schweiz 2010 - Andreas Caminada ist wieder «Koch des Jahres» - und steigt in die 19-Punkte-Liga auf!
Ein grosser Moment in der GaultMillau-Geschichte. Erstmals seit 1995 steigt ein Deutschschweizer Chef in die 19-Punkte-Topliga auf! Andreas Caminada, 32 Jahre jung und Schlossherr auf «Schauenstein» in Fürstenau GR, ist reif für die Spitze. Wer so hoch klettert, ist auch GaultMillaus «Koch des Jahres 2010». «Unser Frühwarnsystem funktioniert», freut sich GaultMillau-Chef Urs Heller, «2005 entdeckten wir im fernen Fürstenau den völlig unbekannten Jungkoch Caminada. Fünf Jahre später ist er ganz oben, im kleinen Club der 19-Punkte-Chefs.» 2007 war Caminada «Aufsteiger des Jahres», 2008 «Koch des Jahres». Urs Heller: «Diesen Titel kriegt er jetzt zum zweiten Mal. Das ist unüblich, aber beim Sprung auf 19 Punkte zwingend.» Schlossherr Caminada (Muttersprache Rumantsch!) sorgt in seinem kleinen Restaurant für magische Momente. Seine Handschrift ist eigen, unkopierbar, die Menüs sind mit hohem Aufwand, überraschend und beeindruckend präzis zubereitet. Dass vermehrt regionale Produkte eingebaut werden und die Weinkarte besser geworden ist, soll uns recht sein. Applaus für den jungen Chef aus dem Domleschg gibt's übrigens nicht nur vom Gault- Millau. Auch die in ihrem Urteil sehr strengen bisherigen 19-Punkte-Chefs haben alle schon in Fürstenau diniert und sind von ihrem jungen «Club-Kollegen» sehr angetan. 8 x 19 Punkte: Die Besten der Besten 19 Punkte werden in der Schweiz bewusst sehr selten vergeben. Die letzten grossen Aufsteiger: André Jaeger (Schaffhausen, 1995!) in der Deutschschweiz, Didier de Courten (Sierre VS, 2006) in der Romandie. Stammgäste in der Topliga sind Philippe Rochat (Crissier VD), Gérard Rabaey (Brent VD), Bernard Ravet (Vufflens-le-Château VD), Philippe Chevrier (Genf-Satigny) und Horst Petermann (Küsnacht ZH). Andreas Caminada (Fürstenau GR) ist der Achte im exklusiven Bund. Mit Anne-Sophie Pic, Frankreichs erster Dreisterneköchin, glänzt ein weiterer Superstar in der Schweiz («Beau-Rivage», Lausanne). Madame gibt sich aber nur im «Teilzeitpensum» die Ehre, lebt in Valence (F) und vertraut sonst ihren «Seconds». Wir warten ab, wie sich dieses Experiment weiterentwickelt und legen uns noch nicht auf eine Note fest. Marcus G. Lindner - Nummer 1 in Zürich Wer ist der Beste in der Stadt Zürich? Wir legen uns fest. Marcus G. Lindner vom kleinen, gestylten, aber unkomplizierten Restaurant Mesa erobert mit seiner bis ins letzte Detail aufwendigen Küche den 18. Punkt und ist einer der beiden «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz ». Der zweite ist eine Aufsteigerin: Tanja Grandits vom «Stucki» in Basel. Die geheimnisvolle junge Frau provoziert und begeistert Basel an «historischer» Adresse. Sie klettert mit ihrer raffinierten Aromaküche auf 17 Punkte. Damit sind sie und die St. Gallerin Vreni Giger die «ranghöchsten» Köchinnen im Schweizer GaultMillau-Land. «Aufsteiger des Jahres in der Romandie» ist Pierrick Suter vom Hôtel de la Gare in Lucens VD (neu 16 Punkte). Vier neue 17er! Die 15 bisherigen 18-Punkte-Chefs haben ihr hohes Rating souverän verteidigt. In der Liga der 17-Punkte-Chefs gibt's Zuwachs. Neben Tanja Grandits können auch Werner Rothen («Schöngrün», Zentrum Paul Klee, Bern), Kurt Mösching («Sonne», Scheunenberg-Wengi bei Büren, BE) und «Rückkehrer» Martial Braendle (Auberge de Vouvry, Vouvry VS) feiern. Im «Paradies» in Ftan (bisher 18 Punkte) hat schon wieder der Küchenchef gewechselt; der neue, Martin Göschel, startet mit 17.
«Entdeckungen des Jahres» und Auszeichnungen Geehrt werden traditionsgemäss grossartige Hotels und überragende Hoteliers. «Schweizer Star im Ausland» ist der Glarner Peter C. Borer, der die Peninsula-Gruppe von Hongkong aus an die Weltspitze geführt hat. «Hotel des Jahres» ist das Grand Resort Bad Ragaz mit seinen 45 (!) GaultMillau-Punkten. Zwei Manager (Peter P. Tschirky, Riet Pfister) und zwei Küchenchefs (Renato Wüst, Roland Schmid) teilen sich im Rheintal die Lorbeeren.
816 GaultMillau-Adressen im Land! Köche, die der GaultMillau 2010 besonders auszeichnet
Koch des Jahres:
Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz I:
Aufsteiger in der Deutschschweiz II:
Aufsteiger des Jahres in der Westschschweiz:
Entdeckung des Jahres in der Deutschschweiz:
Entdeckung des Jahres in der Westschweiz:
Entdeckung des Jahres im Tessin:
Sommelier des Jahres:
The CigarMan of the Year:
Schweizer Star im Ausland:
Hotel des Jahres: GaultMillau 2010: Von Region zu Region
Zürich: 18 Punkte für Marcus G. Lindners «Mesa» Kulinarisch aufgerüstet hat die Bahnhofstrasse: Im elegant umgebauten Restaurant des «Baur au Lac» kocht Laurent Eperon spürbar ehrgeiziger (15 Punkte). Im «Tao's» ist mit Joachim Karsten ein Musterschüler des Gstaader Stars Robert Speth am Werk und glänzt zumindest im Gourmetrestaurant im obersten Stockwerk (14 Punkte). Das «Carlton» (14) und der «Schweizerhof» (13) haben verlorene Punkte zurückerobert. Weitere Aufsteiger in der Stadt: «Da Angela» (14) und «Divine» (13). Und ausserhalb der City? Der GaultMillau schwärmt einmal mehr von Horst Petermann in den «Kunststuben» Küsnacht ZH und bestätigt die Höchstnote 19. Der Grand Old Man der Deutschschweizer Küche bezieht zwar bereits die AHV, ist aber ehrgeizig, einfallsreich und vielseitig wie eh und je. Hans-Peter Hussong (Wirtschaft zum Wiesengrund, Uetikon am See) verteidigt mit einer superleichten Küche souverän seine 18 Punkte. Zwei Restaurants legen zu: der «Hirschen» in Oberstammheim (neu 14) und die «Neue Forch» in Forch (neu 13).
Sieben Restaurants sind im GaultMillau 2010 erstmals aufgeführt; sehr oft sind Gastronomen mit klingenden Namen die Treiber. In der Stadt punktet Dieter Meier (Yello) mit argentinischem Fleisch und Flair in der «Bärengasse» (13). Die Familien Bindella und Bianchi leisten sich ein bemerkenswertes Fischrestaurant («Bianchi», 13 Punkte). Das noble Hotel «Baur au Lac» hievt erstmals auch sein trendiges Zweitrestaurant («Rive Gauche», 13) ins Buch. Françoise Wicki, ausgerüstet mit sehr viel Talent, taucht im bodenständigen «Helvetia» (14) wieder auf. «Stefs Zentraleck» debütiert mit 13 Punkten. Zwei neue Adressen in Winterthur:
Basel: Aufsteigerin Tanja Grandits!
Luzern und Innerschweiz: in den «Falken». Und an den See! Immer besser isst man ganz offensichtlich am Vierwaldstättersee. Das Park Hotel Weggis steigt gleich doppelt auf: 16 Punkte fürs «Annex», 14 fürs Zweitrestaurant Sparks. Das traditionsreiche «Beau-Rivage» in Weggis ist uns nach einem Chefwechsel noch mehr ans Herz gewachsen (14). Erfreulicherweise ist das Seehotel Kastanienbaum nach kurzer Pause ins rote Buch zurückgekehrt: Holger Rösch zeigt viel Talent (14 Punkte). Während der nächsten zwei Jahre werden wir am See das Park Hotel Vitznau vermissen; ein ehrgeiziger, millionenschwerer Umbau steht an. Neu aufgeführt ist die «Krone» in Nottwil (13). Im Kanton Zug gibt's zwei tolle Aufsteiger: Wer Saucenkünstler Peter Doswald im «Falken» Neuheim noch nicht kennt, sollte beim Sihltaler Kreisel dringend abbiegen und diese kulinarische Bildungslücke schliessen (neu 16). Im «Gulm» ob Oberägeri feiert die italienische Spitzenküche nach eher ruhigen Jahren eine erfreuliche Renaissance (neu 15). Die beiden Zuger Vorzeigeköche René Weder in Walchwil und Stefan Meier in der Stadt verteidigen ihre 16 Punkte, ebenso Thomas Huber in der nahen «Krone» in Sihlbrugg ZH. Und in den übrigen Innerschweizer Kantonen? In Schwyz ist die Dichte an Spitzenrestaurants nach wie vor enorm: Franz Wiget («Adelboden», Steinen, 18 Punkte) gehört zur nationalen Spitze. Werner Bürgi (Euthal, 17), Toni Schmidig (Lauerz, 16) und Dani Jann (Ried-Muotathal, 16) verteidigen ihre Punkte. Im Kantonshauptort legen zwei sympathische Restaurants zu: der «Ratskeller» (neu 14) und die «Obstmühle» (neu 13). Im Nidwaldner Hauptort Stans schafft's die Brasserie Le Mirage erstmals in den Guide (12/20). Der «Schlüssel» in Beckenried NW steht kurz vor dem Sprung ins Buch. Der letzte Applaus geht nach Küssnacht am Rigi SZ und damit zurück an den Vierwaldstättersee: Kee Hock alias Leo verblüfft uns im «Min Kang Yuan» jedes Jahr mehr. Der 14. Punkt ist wohlverdient. Damit ist das sympathische Restaurant mit Seeterrasse für den GaultMillau der beste «Chinese» der Deutschschweiz! Bern und Berner Oberland: 17 Punkte für Rothen und Mösching! Werner Rothen gehört zu den grosszügigen Patrons, die mit Leidenschaft junge Köche fördern und sich mühelos auch mal im Hintergrund halten. Jetzt zerren wir ihn aber ins Rampenlicht: Im Restaurant Schöngrün (Zentrum Paul Klee, Bern) hat er uns mit seiner ideenreichen, aufwendigen Küche so begeistert, dass wir den 17. Punkt rausrücken. Rothen «erbt» damit den Berner Spitzenplatz von Fredi Boss, der das «Meridiano» leider verlassen hat. Dort ist die Nachfolge gut geregelt: Markus Arnold steigt mit vielversprechenden 16 Punkten aufs GaultMillau- Karussell auf. Ebenfalls in der Stadt gehört das «Büner» (neu 14) zu den Aufsteigern und sind «Auszeit» (13) und «Grandi's» (12/20) erstmals gelistet. Zweiter grosser Aufsteiger im Kanton Bern ist Kurt Mösching im ländlichen Scheunenberg- Wengi bei Büren. In freundlicher, entspannter Atmosphäre wird eine bemerkenswerte Karte vorgelegt und so perfekt gekocht, dass der 17. Punkt für die «Sonne» hochverdient ist. Er ersetzt in dieser Topliga Oskar Marti, der seine «Moospinte» in Münchenbuchsee verkaufen will und uns diesmal einen zerstreuten Eindruck gemacht hat (neu 16). Zwei bärenstarke Berner haben ihre Punkte verteidigt: Nik Gygax («Löwen», Thörigen, 18) und Werner Schürch («Emmenhof», Burgdorf, 17). Im «Palace Gstaad» macht Peter Wyss diskret einen unglaublich guten Job. Er meistert den Mehrkampf in den vielen verschiedenen Restaurants des Hauses souverän und setzt locker seine Glanzlichter. Das ist uns Punkt Nr. 16 wert. Auch Giuseppe Colella, der italienische Chef im Grand Hotel Park, legt zu (neu 15). Platzhirsche bleiben Robert Speth (18, plus neu 13 im Golfclub) und (für wenige Wochen im Winter) Martin Dalsass (17). Aus Gstaad kommt auch Davidoffs
«CigarMan of the Year» - Thomas Frei vom Hotel Bernerhof.
Mittelland: Vielversprechende Neuentdeckungen! Im Kanton Aargau vermelden wir ein paar spannende Neuentdeckungen: Christian «Mitti» Mitterbacher ist vom Vierwaldstättersee in den wunderschönen «Schlossgarten» in Schöftland umgezogen und hat seine 15 Punkte gleich mitgebracht. Mit dem «Bären» in Mägenwil gibt's eine zweite 15-Punkte-Adresse zu vermelden: Routinier Bernhard Bühlmann kocht zurzeit hier. Die Karriere von Andri Casanova («Essen'z», Brugg, 13 Punkte) werden wir sehr genau weiter beobachten. Auch «Silvio's Ampere» in Rupperswil (13) und der «Hirschen» in Lenzburg (13) sind erstmals gelistet. Die «Spedition» in Baden haben wir erst nach Redaktionsschluss besucht. Küchenchef Jean-Michel Vionnet (früher bei 18-Punkte-Chef Hans-Peter Hussong, Uetikon am See) ist gut gestartet und schafft den Sprung in die nächste Ausgabe (14 Punkte).
Ostschweiz: 32 Punkte für den Kuchler-Clan Im Kanton Thurgau sind die GaultMillau-Tester besonders aufmerksam unterwegs. Schliesslich haben sie hier schon einige ganz grosse Talente aufgespürt - zuletzt Tanja Grandits, die jetzt Basel aufmischt. Die «Entdeckung des Jahres 2010» kocht wieder im Thurgauischen: Christian Kuchler im Gasthaus Schupfen in Diessenhofen (14 Punkte). Was der 24-Jährige im 650-jährigen Anwesen mit Rheinblick bereits leistet, verblüfft, erstaunt aber nicht: Er hat zuletzt bei Alain Ducasse in Paris gearbeitet - und sein Vater Wolfgang («Schäfli», Wigoltingen) ist seit Jahrzehnten der Beste im Kanton. Der Kuchler-Clan bringt's zusammen auf 32 Punkte - auch ein Rekord ...
Zwei weitere Entdeckungen: Das «Grödeli» in Kreuzlingen (14, Chris Trewer ist wieder «aufgetaucht») und der «Hirschen» in Amriswil (14). Im Kanton St. Gallen gehören die Schlagzeilen dem Grand Resort Bad Ragaz. Der GaultMillau verteilt im «Hotel des Jahres 2009» gleich 45 Punkte; nach der «Äbtestube» (17) und dem «Bel-Air» (15) ist jetzt auch das chinesisch-thailändische «Namun» (13) gelistet. In Bad Ragaz empfehlen wir zudem die Küche und den Keller (!) in Ueli Kellenbergers «Rössli» (neu 15) und den «Löwen» (neu 13). In St.-Gallen-City legt das «Schlössli» zu (neu 14) und ist das «Engelis» wieder neu dabei (13). Dafür müssen «Netts Schützengarten» und «Am Gallusplatz» wegen Koch- und Konzeptwechseln wieder einen Punkt rausrücken (beide neu 15). Von den St. Galler Aufsteigern empfehlen wir ganz besonders Christoph Köhli im «Kunsthof» in Uznach. Den Nik-Gygax-Schüler zählen wir zu den grossen Talenten im Land (neu 15). Das «Metropol» Widnau steigt auf 13 Punkte. Weitere neue Einträge: «Burg» in Au (13), «Bad Balgach» in Balgach (13), «Haus zur Eintracht» in Oberriet (13) und «Bodega Noi» in Lichtensteig(12/20). Kulinarischer Botschafter Nummer 1 des Kantons Schaffhausen ist und bleibt 19-Punkte-Chef André Jaeger. Er begeistert «zu Hause» in seiner «Fischerzunft» und bei mutigen Gastspielen an internationalen Foodfestivals. Ebenfalls in der Stadt sind zwei Restaurants neu dabei: die Wirtschaft zum Frieden (13) und das Theaterrestaurant (12/20). Rolf Böhi kann im «Schaffhauserhof» auf den 15. Punkt anstossen. Sonst bleibt's eher ruhig in der Ostschweiz: Im Appenzellischen fiel uns einzig die «Truube» in Gais besonders auf (neu 15). Im Fürstentum Liechtenstein ist Perfektionist Klaus Schatzmann (Triesen, 17 Punkte) im Restaurant seines Namens der Massstab.
Graubünden: Andreas Caminada - 19 Punkte mit 32 Jahren! Gourmet-Epizentrum bleibt das Engadin mit den beiden 18-Punkte-Chefs Roland Jöhri («Talvo», St. Moritz-Champfèr) und Dani Bumann («Chesa Pirani», La Punt). Einen dritten 18er gibt's diesen Winter nicht: Die stetigen Küchenchefwechsel im «Paradies» Ftan nerven; der neue, Martin Göschel, ist immerhin sehr gut gestartet (17 Punkte). Im benachbarten Scuol empfehlen wir das «Guarda Val»: Heribert Dietrich startet mit vielversprechenden 14 Punkten. Erfreulich ist die «kulinarische Lage» in den Hotels von Pontresina: Bernd Schützelhofer gibt mit 16 Punkten im «Kronenhof» den Ton an, das «Walther» (neu 15) und das «Saratz» (neues Restaurant, 14) legen zu. Begeistert von der unglaublichen Meergetier-Auswahl im «Murtaröl» in Plaun da Lej, zücken wir den 14. Punkt. In St. Moritz behält das «Palace» auch kulinarisch die Nase vorn (16 und 15 Punkte). Die Konkurrenz («Carlton», «Kempinski») wechselt wieder mal die Küchenchef aus. Das «Kulm» meldet mit neuer Küche, neuem «Grill»-Restaurant und dem Engagement von Dani Bumann-Schülerin Bernadette Lisibach höhere Ambitionen an (15). Das «Lej da Staz» ist erstmals gelistet (12/20) und hat noch Potenzial, ebenso die «Chesa Chantarella» (12/20) mitten im Skigebiet. Bewegung in Arosa: Das «Kulm» schafft unter neuer Leitung gleich zweimal den Sprung ins rote Buch - mit dem «Muntanella» und mit dem überraschenden «Ahaan Thai» (je 13). Im «Tschuggen» setzen wir die Note resigniert in Klammern - schon wieder ein neuer Küchenchef ... Die Osteria Poltera steigt auf 13 Punkte. Weitere «good news» aus dem Bündnerland: Linus Arpagaus im «Fausta Capaul» in Brigels klettert auf 15 Punkte. Das «La Riva» in der Lenzerheide legt ebenfalls zu (14). In Laax meldet sich Michael Bauer zurück («Mulania»). Wandervogel Bauer kocht zwar öfter mal an einem neuen Herd, aber immer für 15 Punkte. In Flims gibt's bemerkenswerte «Frauenpower»: Sieglinde Zottmaier und Helena Gleissner (beide ehemals «Schauenstein», Fürstenau) überraschen in «Las aglias» (13). Ebenfalls neu dabei: «Central» in Obersaxen (13) und «Kornplatz» in Chur (13).
Tessin: Die Ristoranti von Bellinzona Im Asconese erobert sich «Da Enzo» in Ponte Brolla den verlorenen Punkt zurück; der «Promi-Grotto» ist uns wieder 15 Punkte wert. Die gibt's auch für das überzeugende «Eden Roc», das Zweitrestaurant im berühmten gleichnamigen Hotel am See. Die «Locanda Locarnese» in Locarno ist neu mit 13 Punkten aufgeführt, ebenso die «Fattoria L'Amorosa» in Sementina-Gudo. Neu entdeckt haben wir tief im Maggiatal den Grotto Al Sasso in Avegno (12/20). Im «La Chiesa» in Locarno-Monti treffen wir Claudio Borsoni wieder, der uns zuvor in Porto Ronco begeistert hat (neu mit 14 Punkten). Und «ennet dem Ceneri»? 18-Punkte-Chef Martin Dalsass im «Santabbondio» in Lugano-Sorengo bleibt der Leader. In Chiasso klettert das «Emporio Arcadia» auf 15 Punkte.
Westschweiz: Anne-Sophie Pic ist da. Als Teilzeitköchin
(Waadt, Genf, Fribourg, Neuenburg, Jura) Mit Frankreichs erster Drei-Sterne-Köchin Anne-Sophie Pic aus Valence ist ein Weltstar als Teilzeitarbeiterin» nach Lausanne gezogen (ins «Beau-Rivage»). Sie kocht in ihrer noblen «Filiale» grossartig, ist aber selber nur selten in der Schweiz anzutreffen, weil sie ihr Stammrestaurant nicht vernachlässigen darf und will. Wie bewertet man einen Star, der in Lausanne mehrheitlich seine «Seconds» kochen lässt? Dieses Jahr halten wir es so: Wir stimmen ein in all die vielen Lobeshymnen, aber wir warten mit der Note zu und beobachten, wie sich Anne-Sophies Tanz an zwei Herden weiterentwickelt. Zurück zu unserer «Tour de Romandie». Am meisten Bewegung registrieren wir in der Waadt. Da klettern die Chefs zweier hübscher Restaurants auf 16 Punkte: Jacky Vuillet in der herrlich gelegenen Auberge de Lavaux in La Conversion und Pierrick Suter im familiären Hôtel de la Gare in Lucens; Suter ist unser «Aufsteiger des Jahres in der Romandie». Auch im Kreis der 15-Punkte-Restaurants gibt's Zuwachs: «La Table de Mary» (mit der grossartigen Maryline Nozahic) in Cheseaux-Noréaz, das Restaurant de la Gare in Cully, das Restaurant du Jorat in Mézières und das Grand Hotel du Lac in Vevey. Das glanzvoll umgebaute «Mirador Kempinski» in Le Mont-Pèlerin kehrt ebenfalls mit 15 Punkten in den Guide zurück. Weitere Aufsteiger im Waadtland: «Au Vieux Navire» in Buchillon (neu 14), Hôtel des Trois Couronnes in Vevey (14), Auberge des Trois Tilleuils in Genolier (13) und das «Pur» in Lausann (13). «Neulinge» im Waadtland: «MC's» in Lausanne (14), Café de Luan in Corbeyrier (13), «Au Cavalier» in St-Georges (13), Chalet RoyAlp Hôtel & Spa in Villars-sur-Ollon (13), «Bon Rivage » in La Tour-de-Peilz (12/20), Auberge Communale du Mont in Mont-sur-Lausanne (12/20), «L'Aerodrome» in Prangins (12/20) und das Grand Hotel des Bains in Yverdon-les-Bains (12/20). In Genf legen vor allem die noblen Hotels zu: 16 Punkte gibt's neu für das «Vertig'O» im «De la Paix», 14 Punkte für das «Spice's» im «President Wilson» und für das «Tsé Fung» in der «Réserve» (Genf-Bellevue). Begeistert sind wir vom Buffet de la Gare des Eaux-Vives; wir erhöhen auf 16 Punkte. Das «Cigalon» in Thônex hat dieses Jahr nicht überzeugt und fällt zurück auf 16. Fünf neue Adressen in der Stadt Genf: «Le Lexique» (13), Café des Banques (12/20), «Gaya» (12/20), «L'Adresse» (12/20) und «Le Tiffany» (12/20). Im gourmetfreundlichen Fribourg verbessert sich das «Du Grand Pont» auf 15 Punkte und ist das «Beausite» neu aufgeführt (12/20). In Murten wird das «Vieux Manoir» in den nächsten Monaten gründlich umgebaut; die «Pinte de Meyriez» (mit John und Scotty Harper, 14 Punkte) wertet das Resort am See aber schon jetzt auf. Zwei weitere Neulinge: «De la Tour» in Châtel-sur-Montsalvens (13) und «Buddha Loft» in Villars-sur-Glâne (13). In der Pinte de Mossettes in Cerniat hat Spitzenköchin Judith Baumann den Herd zwei jungen Nachfolgern überlassen, die uns aber auch bereits schon 15 Punkte wert sind. In den Kantonen Neuenburg und Jura bewegt sich weniger: Das «Beau-Rivage» in Neuenburg erobert den 13. Punkt. Neu im Guide: «Le Thai» in Neuenburg (12/20), «Le Terminus» in Porrentruy (13), «Du Boeuf» in Courgenay (12/20), «Château de Domont» in Delémont (12/20) und «Le Cavalier» in Soyhières (12/20).
Wallis: «Capri-Sonne» über Zermatt! Hervorragend isst man natürlich in Zermatt - auf den Pisten und im Dorf! «Mont Cervin»-Chef Kevin Kunz hat einen ganz besonderen Coup gelandet: Oliver Glowig vom «Palace» auf Capri überwintert mit seiner sternegekrönten Brigade am Fuss des Matterhorns und kocht für tolle 16 Punkte. Auch der «Zermatterhof» («Prato Borni», 14 Punkte) und «Chez Heini» (13) legen zu. Neue Zermatter Adressen: Die «Asiaten» im «China Garden» (13) und im «Myoko» (13) sowie das Hotel Post mit seinem wiedereröffneten Restaurant «Portofino» (14). Zwei Walliser Spitzenköche haben abseits der «Trenddestinationen» zugelegt. Martial Braendle in Vouvry ist zurück bei 17 Punkten. Peter Gschwendtner in Blitzingen («Castle») wird für seine tollen Efforts mit dem 16. Punkt ausgezeichnet. In Champéry gibt Denis Martin sein Know-how dem langjährigen Chef des Café du Centre, Callum Todd, und seiner Equipe weiter: Es startet neu als «C21» mit 15 Punkten. Weitere Aufsteiger: «L'Argilly» in Vex (15), «Mont-Rouge » in Haute-Nendaz (14) und «Relais du Mont d'Orge» in Sion-La Muraz (14). Weitere Neueintragungen: «Au Coq en Pâte» in Sion (14) und «Le Botza» in Vétroz (14) GaultMillau Schweiz 2010 - ISBN : 978-3-88472-962-5 ~ 30 Euro
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