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Die Dachwohnung glüht vor Hitze, auf dem Land ist es langweilig, die Ostsee und Sylt sind ausgebucht, man möchte einen Pool und ein klimatisiertes Zimmer und mal wieder gut Essen. Was tun? Berlin lockt mit günstigen Preisen. Also auf nach Berlin. Wir testeten jeweils zwei Tage zwei sehr unterschiedliche Hotels, das "Grand Hotel Esplanade" im Westen und das "Four Seasons" im Osten der Hauptstadt.

Wir buchten über HRS und die Four Seasons Website, das Esplanade kostete 105 Euro incl. Frühstück und das Four Seasons 305 Euro incl. Frühstück für die Erwachsenen (Summer Special). Den Hotels wurde mitgeteilt, dass ein 9jähriges Kind und ein Hund mitreisen.

Also mit Frau, Kind und Hundchen auf nach Berlin. Zuerst ging es zum Lützowufer ins Esplanade. Ankunft um 19.00 Uhr. Die Auffahrt ist großzügig, ein Restaurant lockt links im Freien und ein Cafe auf der rechten Seite. Die Kellner nehmen keine Notiz von uns und ein Gepäckträger ist nicht da. Also greifen wir uns selber einen Gepäckwagen und laden unser Gepäck auf. Da kommt dann ein Porter, entschuldigt sich und hilft und bringt das Gepäck aufs Zimmer.

Zwei Tage später vor dem "Four Seasons": Wir fahren vor, zwei Gepäckträger begrüßen uns höflich und tragen unser Gepäck aus dem Auto. Nachdem unser Namen auf einem Gepäckstück gelesen wurde, werden wir nur noch mit Namen angesprochen.

Durch die menschenleere, aber sehr chic gestylte Lobby mit viel Bauhausmöbeln gehen wir zum gigantischen Check-in Tresen, hinter dem ein einzelner Mann laut telefoniert. Nach mehreren Minuten ist er fertig. Es ist vermutlich der Concierge, er hat das Zeichen am Revers. Er ist professionell, aber nicht herzlich. Er teilt uns mit, dass Felix, der 3 kg schwere Hund mit 40 Euro berechnet wird. Ich darauf: "Der Mensch kostet inkl. Frühstück 35 Euro pro Person, und der 3 kg Hund 40?" Daraufhin meinte er, das sei so, weil danach das Zimmer komplett gereinigt werden müsste. (Muss es sonst nicht "komplett" gereinigt werden?) Also meinte ich, dass sei eine einmalige "Gebühr", "nein" meinte der gute Mann, das werde täglich berechnet. Einen Grund konnte er nicht nennen. Aber ausnahmsweise werde er den Hund nur mit 25 Euro berechnen. Ich konnte nicht danke sagen. Der Hund wurde angemeldet, man hat nicht im Voraus über die immensen Kosten informiert, also ganz schlechter Stil. Der Concierge deutet dann auf den Lift, den wir nehmen sollten. Nach acht Minuten kam unser Gepäck.

Felix kostet 40 Euro pro Nacht
Bild des Hundes FelixIm Four Seasons ist es deutlich kleiner und ziemlich amerikanisch plüschig, ohne verstaubt zu sein. Am Frontdesk ist der einzige Rezeptzionist mit Gästen, originellerweise amerikanische Backpacker, beschäftigt, aber sofort springt jemand aus dem Backoffice, um uns zu helfen. Freundlich empfängt man uns, spricht uns mit Namen an und bringt uns zum Fahrstuhl. Selbst der Hund wird begrüßt! Zwei Minuten später ist das Gepäck da, Herr Aram fragt zu ihrer großen Überraschung die Tochter, ob es sie noch Spielzeug möchte. Das sonst schüchterne Kind weiß gar nicht vor Freude, was sie sagen soll und geht erstaunlicherweise gleich mit dem fremden Mann mit, um sich Spielzeug auszusuchen.

Das Zimmer im Esplanade ist ein großzügiges, modern eingerichtetes Zimmer mit moderner Kunst an den Wänden. Das Bad ist nichts Besonders, die Amenities substandard. Es sind drei paar Bademäntel für Erwachsene und drei Paar Pantoffeln vorhanden, sowie drei Sets Handtücher. Es gibt einen langweiligen, kleinen Obstteller mit Weintrauben, 2 Äpfeln und einer Banane. Das Fenster lässt sich öffnen, die Klimaanlage kommt nicht gegen die Außentemperatur an und das Zimmer hat über 28°C.

Im Four Seasons hatte man uns auf ein Superieur Zimmer upgegradet. Das Zimmer sieht so aus, wie Amerikaner sich Grandhotels vorstellen. Nun ja, man wohnt ja nicht für immer so und gemütlich ist es trotzdem. Und der Tochter gefällt es gut. Kunst ist hier nicht wichtig, über dem Bett hängen zwei identische Stiche nebeneinander. Das Bad ist schön in Marmor ausgekleidet und macht einen luxuriösen Eindruck. Es gibt auch einen Bademantel für Kinder, aber nur 2 x Pantoffeln. Die Amenities sind reichlich und von L'occitaine. Für die Tochter gab es einen riesengroßen Keks als Drachen, sowie ein Milchmixgetränk im Tetrapack. Neben 12 Stück hochwertigen Pralines stillvoll serviert, gab es einen mittelgroßen Obstteller mit reifen, leckeren Früchten (Aprikosen, Feige, Kiwi, div. Beeren, Kirschen usw.). Nur die Baby-Ananas bekamen wir mit dem Tafelbesteck nicht geschnitten, hier sollte man ein gutes Messer von kochmesser.de zur Verfügung stellen. Felix, der Hund, bekam einen gebackenen Knochen mit einer Wurst. Die muss so lecker gewesen sein, dass er die nächsten zwei Tage sein Hundefutter verweigerte. Im Bad stellte man zwei Näpfe für Felix bereit. Das Zimmer hatte einen kleinen, begehbaren Balkon.

Die Nacht in der Esplanade war ruhig, aber aufgrund der großen Hitze sehr unangenehm. Die Federbetten und Kopfkissen sind außergewöhnlich gut.

Die Klimaanlage im Four Seasons war so kalt, dass wir sie auf wärmer stellen mussten, um nicht zu erfrieren. Und es war der heißeste Tag seit der Wetteraufzeichnung in Berlin. Im Four Seasons ist es leider etwas hellhörig, die Türen knallen permanent irgendwo. Die Betten sind komisch, es sind zwar Federbetten, aber diese werden nach angelsächsischer Manier in Laken gewickelt. Abends haben wir Harry Potter gesehen - auf dem Zimmer, das mit einem DVD Spieler ausgestattet ist. Die DVDs gibt es kostenlos auszuleihen.

Bild Brandenburger TorAm nächsten Tag beschwerten wir uns im Esplanade über die Raumtemperaturen in unserem Zimmer, man versprach Abhilfe, allzumal es in den öffentlichen Räumen deutlich kühler war. Danach ging es zum Frühstück, welches im Hauptrestaurant serviert wird. Wir kamen um 10.15 Uhr (Frühstück bis elf) und flogen erst einmal wieder raus, weil wir ja einen Hund dabei hatten. Man bat uns im Flur Platz zu nehmen, was akzeptabel war. Das Buffet ist groß, wird jedoch nach 10.30 Uhr offensichtlich nicht mehr erneuert. Die Eierstation ist nicht mehr besetzt, erst nach mehrmaligen Bitten kümmert sich der Kellner um die "heißen" Wünsche. Der Schinken kräuselte sich schon, eine ungarische Salami hing zwar an der Wand, lag aber nicht auf dem Buffet. Der Orangensaft war so sauer, dass er vermutlich wirklich frisch war, was wir bei dem Aussehen nicht gedacht hätten. Insgesamt machte alles einem etwas lieblosen Eindruck. Die ital. Kaffeegetränke kommen aus einem Vollautomaten und sind nicht wirklich lecker. Auf Anfrage gewährte man uns problemlos einen Late-checkout für 17 Uhr ("das Zimmer wird sowieso morgen nicht gebraucht!")

Im Four Seasons sagte ich an, dass das Telefon im Bad nicht funktioniere. Vor dem Restaurant wurden wir abgefangen, auch hier durfte Felix nicht ins Restaurant. Stattdessen ging man mit ihm Gassi, was Felix wohl toll fand, denn er freute sich später immer, wenn er seinen "Aufseher" traf.. Das Frühstück (bis 11.30 Uhr) im Four Seasons ist anders als gewohnt. Es gibt zwei sehr kleine Buffets, an denen es Cerealien und Früchte, sowie Kleingebäck gibt. Auf dem Tisch befinden sich drei Sorten Marmelade (Erdbeere, Cassis und Orange). Nach einer mehrminütigen Wartezeit kamen dann Getränke (frische Säfte und Heißgetränke nach Wahl) und später ein Brotkorb, sowie eine Aufschnittsetagere, in der hochwertiger Aufschnitt, z.B. Bündner Fleisch, lag. Sinnvollerweise lag von allem wenig bei, so dass man nachbestellen konnte, was man besonders gerne mochte und nichts unnötig weggeworfen wurde. Zusätzlich gab es eine Speisekarte für warme Speisen nach Wahl. Auch hier kamen die italienischen Kaffeespezialitäten aus einem Vollautomaten und waren ähnlich denen im Esplanade. Für die Tochter wurden faire 7 Euro für ein Kinderfrühstück berechnet.

Die Nacht im Esplanade war aufgrund der Hitze wieder unangenehm, so dass ich mich telefonisch beschwerte. Der omnipräsente Concierge übernahm das Gespräch und behauptete, es gäbe in Nordeuropa keine Hotel-Klimaanlage, die mehr als 6 - 8° C gegenüber der Außentemperatur runterkühlen kann. Außerdem kühle die Anlage bei uns nicht, da wir das Fenster geöffnet hätten, was aber nicht stimmte. Beim Auschecken stornierte der freundliche Rezeptzionist den Hund als Ersatz für die ausgefallene Klimaanlage. Dann bat ich den Concierge, er möge unser Gepäck runterholen lassen. Nach einem halbstündigen Spaziergang wollten wir dann los, aber das Gepäck war nicht da. Der Porter hatte auch keinen Auftrag bekommen und kümmerte sich dann sofort darum. Als ich den Concierge fragte, wo denn unser Gepäck sei, meinte er "in Arbeit"! Der Portier vergaß dann noch eine Tüte im Zimmer, die wir später abholen mussten....

Im Four Seasons lief alles glatt.

Fazit

Beide Hotels sind preiswert. Das Esplanade ist eher billig, wer Abstriche im Service nehmen kann, ist dort gutaufgehoben. Er kriegt ein hübsches Zimmer und einen Basisservice. Der Gast ist nach einem Besuch nicht entsetzt, aber auch nicht begeistert. Es fehlt dem Haus Esprit. Es ist unaufregend. Man merkt wenig Gastfreundschaft und wenn so ein Concierge schon seit 14 Jahren im Haus arbeitet, ist das mehr als merkwürdig. Das Haus ist aber - zum günstigen Tarif - empfehlenswert und sicher ist es etwas unfair, die beiden Häuser zu vergleichen.

Mit dem Four Seasons ist dem Direktor, dem Österreicher Simkovics ein großer Wurf gelungen, ganz anders als in dem alten Hamburger Kasten, wo er davor arbeitete. Das Four Seasons lebt von seinen Mitarbeitern. Noch nie habe ich so durchgehend freundliche und motivierte Gastgeber erlebt. Hotel kann ja so schön sein. Wobei am Hotel nichts wirklich besonders ist, es gibt z.B. kein Schwimmbad. Die Lage direkt am Gendarmenmarkt ist Klasse. Das Four Seasons ist nicht billig, aber sein Geld wert. Ganz besonders wenn man mit Kindern reist. Weiter so!

Und was sagt die weitgereiste Tochter: "Das Four Seasons Berlin ist das beste Hotel der Welt! Auch ohne Swimmingpool"

Zumindest dürfte das Four Seasons das derzeit beste Haus in Berlin sein!

esplanade.de | fourseasons.com/de/berlin

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Weitere Links

Air Berlin Business - Gentechnik - Airline-Test - Heiße Stein - Berliner Köche

Bukarest - Ralf Zacherl - witzigmann.at - Incentives - Four Seasons

Apfelessig - Berliner Hotels - Flugpassagiere - Tele 5 Traveler - Feinschmecker

Fettkunde - Singapurer Luxus - Beste Weine - Beste Airlines - Budapest CityCheck

 


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